Ich habe eine spannende berufliche Woche hinter mir; es fühlte sich an, wie durch ein Fernglas in unsere Arbeitswelt der Zukunft zu blicken und dabei festzustellen, dass die Zukunft bereits da ist. Hier ein Auszug meiner Tätigkeiten diese Woche:

  • Ich habe intensiv mit den neuen Deep Research Funktionalitäten von Chat GPT 4o gearbeitet. Gerade für wissensintensive und datengetriebene Rollen wie Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Strategie, Marktforschung oder auch für schreibende Berufe kann Deep Research sowohl die Effizienz als auch die Qualität der Arbeit deutlich erhöhen. Deep Research ist dem klassischen ChatGPT dann deutlich überlegen, wenn es um wissenschaftlich fundierte, zitierfähige Erkenntnisse, Echtzeit-Analysen zu Trends und Märkten, um Bewertungen sowie um nachvollziehbare, datengetriebende Geschäftsentscheidungen mit KI-Unterstützung geht. Natürlich muss der Anwender auch bei Deep Research die Ergebnisse plausibilisieren und überprüfen, aber die Qualität ist vergleichbar mit der Zuarbeit eines unerfahrenen, aber klugen, nimmermüden und schnell arbeitenden Analystenteams, das uns permanent zur Seite steht und sehr eloquent formuliert. (Deep Research, das praktischerweise in Eure ChatGPT-Anwendung integriert ist, steht ab sofort allen Usern für 20$/monatlich zur Verfügung.)
  • Ich habe zur bestmöglichen Nutzung von Deep Research mit verschiedenen Mega-Prompts für die automatisierte Promptgenerierung gearbeitet, mit denen wir Deep Research, aber auch die allgemeinen Chatbots wie ChatGPT, Gemini und Claude deutlich wirkungsvoller als unsere persönlichen KI-Assistenten für die Erledigung von Alltagsaufgaben nutzen können (follow Digitale Profis – Meixner & Ruof , die Euch Schritt für Schritt anleiten, wie Ihr sehr gute Mega-Prompts erstellen und Euch viel Zeit sparen könnt).
  • Ich habe im Rahmen der nationalen AI Upskilling Initiative von Microsoft(SkillHer) über die besonderen Potenziale der KI-Transformation für Frauen und meine persönliche KI-Nutzung im Alltag gesprochen; der Andrang bei der Kick-Off Veranstaltung war so groß, dass ich zuversichtlich bin, dass nationales Upskilling in AI kein Buzzword bleibt. Meine Erfahrung: Wenn wir die Potenziale von KI verständlich erklären und den konkreten Nutzen aufzeigen, besteht bei vielen Menschen das erforderliche Interesse und die Offenheit, sich weiterzubilden.
  • Ich durfte Führungskräfte eines DAX-Konzerns zum Thema „A new form of teamwork: Utilising the potential of diverse teams and AI in decision-making processes“ schulen. Denn in absehbarer Zukunft wird es normal sein, bei wichtigen Entscheidungen nicht nur andere Menschen, sondern KI mit einzubeziehen – das gilt gerade auch für Führungsgremien.
  • Und ich habe mir an der TU München Embodied AI – also die Kombination aus Robotik und AI – in verschiedenen Anwendungsfeldern angesehen – ein Trend, der in Zukunft noch viel mehr Einzug in unsere Arbeitswelt nehmen wird. KI bekommt also einen Körper und kann damit auch in physischen Umgebungen agieren. Besonders gefallen hat mir der Robo-Dog von Boston Dynamics und Reply, der bspw. die Polizei bei der Bombenentschärfung oder Sicherung von Grundstücken unterstützen kann.

Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass wir die größte Arbeitsmarkttransformation aller Zeiten vor uns haben. Sie betrifft uns alle und vollzieht sich mit hoher Veränderungsgeschwindigkeit und -intensität. Zu viele Menschen setzen sich zu wenig mit diesen Entwicklungen auseinander und verhalten sich zu träge.

Grund genug, die aktuelle Newsletteraushabe der Frage zu widmen, was 12 weitverbreitete und – vor allem in der Kombination – hoch effektive Wege sind, seine zukünftige Beschäftigungsfähigkeit aufs Spiel zu setzen.

Hier also meine Übersicht, welche Denk- und Verhaltensmuster schleichend zum Verlust der persönlichen Employability führen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

 

  1. Sich nicht ausreichend Zeit für’s Lernen nehmenich würde ja gerne, bin aber zu busy!
  2. Das Verlernen bisheriger Arbeits- und Verhaltensweisen vergessenes funktioniert ja noch!
  3. Lineares und monorationales Denkendisruptives und multirationales Denken ist was für Spinner!
  4. Sendemodus statt Zuhörmodusschmeichelt dem persönlichen Ego mehr!
  5. Ausblenden von Trends, die die eigene berufliche Identität gefährdenwill ich nicht hören!
  6. Überschätzung der kurzfristigen bei gleichzeitiger Unterschätzung der langfristigen Auswirkungen von Technologie auf den eigenen Job – wird langfristig schon nicht so wild werden!
  7. Ausgeprägte Wertschätzung und Freundlichkeit unter den Teppich kehrenkeine Zeit dafür!
  8. Empathie und andere Sozialkompetenzen verkümmern lassen – zu gestresst – es ist ja Krise!
  9. Persönliche Netzwerkpflege vernachlässigen – virtuelle Kontakte sind genauso gut!
  10. Teamfähigkeit nur auf Menschen beziehenKI sind nur Tools, keine Partner in der Zusammenarbeit!
  11. Upskilling in AI mit Deskilling verknüpfen – juhu, ich muss jetzt nicht mehr selber denken!
  12. Always on – lieber 5 Stunden ohne Wasser also 5 Stunden ohne W-Lan sein!

Diese Muster und Glaubenssätze wirken teils bewusst, teils unbewusst in uns. Doch weil wir grundsätzlich ja wissen, wie schnell sich die Welt verändert und wie viel alleine innerhalb einer Woche passieren kann, führt die Nicht-Auseinandersetzung mit diesen Mustern langfristig zu strategischer Inkompetenz oder zum Verlust unserer Balance und Gesundheit.

In einer Volkswirtschaft, in der die wichtigsten Ressourcen nicht im Boden vergraben sind, sondern zwischen unseren Ohren wächst, ist strategisch in Kauf genommene Inkompetenz Gift für unsere globale Wettbewerbsfähigkeit.

Wer das vermeiden und wissen möchte, was 25 essentielle Fähigkeiten für 2025 sind, dem empfehle ich folgende Publikation von mir:

25 essentielle Fähigkeiten für 2025 | LinkedIn

Fazit: Für unsere Employability müssen wir aktiv etwas tun

Sigmar Gabriel schrieb mir vor einiger Zeit: „Fortschritt [im Lernen] bedeutet nicht Fortgeschrittensein, sondern kontinuierliches Fortschreiten.“ Lernen und Weiterbilden sollten wir als integrale Bestandteile unserer Aufgabenbeschreibung auffassen und bewusst investieren.

Es gilt mehr denn je das bekannte Zitat von Jack Welch:

„If the rate of change on the outside exceeds the rate of change on the inside, then the end is near.“ – Jack Welch

Ich freue mich, Euch beim Thema „Upskilling in AI“ zu unterstützen. Wer die Kunst des Mega-Promptings erlernen möchte, um wirkungsvoll mit Chatbots und Deep Research zusammenzuarbeiten, dem empfehle ich die aktuelle Episode meines Podcasts „Future of Work, Future Skills and AI„, die auf allen relevanten Podcast-Plattformen verfügbar ist. Abonniert gerne meinen Podcast und bleibt am Ball.

In diesem Sinne: Happy Upskilling und ein schönes Wochenende!